2026-01-16
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Berlin: In Lichtenberg entstehen 1548 Sozialwohnungen
Foto: Jens Kalaene / dpa
Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordstand von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen erreicht. Die Lage soll sich in den nächsten Jahren laut einer neuen Studie nicht bessern,erklärte Pestel-Chefökonom Matthias Günther in Berlin. Für die nähere Zukunft erwartet das Institut den Bau von lediglich rund 200.000 neuen Wohnungen pro Jahr,etwa halb so viele wie der angenommene jährliche Bedarf. Der Wohnungsmangel ist der Analyse zufolge zur Wirtschaftsbremse geworden.
»Die Lösung der sozialen Frage dieser Zeit,wie es die Politik gern formuliert,ist auch die notwendige Voraussetzung für eine wirtschaftliche Belebung des Landes«,sagte Günther. Auftraggeber der Studie war das Bündnis Soziales Wohnen,ein Zusammenschluss des Deutschen Mieterbunds,der IG Bau,der Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und anderer Organisationen. Am stärksten unter der Entwicklung leiden wegen ihrer begrenzten Einkommen demnach die junge Generation bis 25,ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.
»Wir müssen junge Menschen heute komplett zu den benachteiligten Gruppen zählen«,sagte Günther. Und viele ältere Großstadtbewohner könnten sich nach dem Ende des Arbeitslebens ihre Mietwohnungen nicht mehr leisten. »Die müssen dort wegziehen,weil sie das Wohnen dort nicht mehr bezahlen können.« In den nächsten Jahren werde das Problem nicht kleiner,sondern eher größer,prophezeite der Ökonom.
Doch ganz generell ist das Problem laut Pestel im Westen größer als im Osten: »Ostdeutschland sieht vom Wohnungsangebot her in dem Bereich deutlich besser aus,als die meisten westdeutschen Länder«,sagte Günther. Als Grund nannte der Wissenschaftler die starke kommunale und genossenschaftliche Wohnungswirtschaft in den neuen Ländern.
Das Bündnis Soziales Wohnen forderte einen Bund-Länder-Pakt für den Wohnungsbau,insbesondere den Bau von mehr Sozialwohnungen. Der Staat müsse immer höhere Leistungen für die Unterstützung bei den Wohnkosten aufbringen,sagte Mieterbunds-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. »Und das kombiniert mit den Zwangsumzügen ist für uns eine Situation,die nicht mehr tragbar ist. (...) Wir brauchen mindestens zwei Millionen Sozialwohnungen in den kommenden Jahren.«
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Die Berechnungen basieren auf Daten der statistischen Ämter. Zwar steht in Deutschland geschätzt auch eine siebenstellige Zahl von Wohnungen leer. Doch deren Wiedervermietung würde nach Einschätzung des Pestel-Instituts das Wohnungsproblem vornehmlich im Westen nicht lösen,da der Leerstand in jenen ländlichen Regionen am höchsten ist,in denen auch der Bedarf geringer ist.
kim/dpa